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Friedrich Freudenthals eerste Heidwannerung (Hanni Prahm)

Friedrich Freudenthal (* 9. Mai 1849 in Fambossel; † 9. März 1929 in Fintel) wör en plattdüütschen Schriever. 

De wirtschaftlichen Beding worn nich so good, un so güng et in de Familie Freudenthal bannig sparsam to. As siene Oma ut Fintel Pingsten 1852 to Besöök na Fambossel kaam, hätt se eern Enkel Friedrich bi de Torückfahrt mit na Fintel nomen. Friedrich wör dree Johr old. In Fintel wör sin Opa Brockmann Schoolmester un Küster. Friedrich hatt denn in Fintel ne gaue Jugendtied belevt.

Bild vergrößern: Friedrich Freudenthal wurde in Fallingbostel geboren, verbrachte den größten Teil seiner Kindheit und Jugend aber in Fintel.
Friedrich Freudenthal wurde in Fallingbostel geboren, verbrachte den größten Teil seiner Kindheit und Jugend aber in Fintel.

In sien langen Leven hatt Friedrich Freudenthal veel schreven u. a. Böker un Gedichte. Een Book „Meine Kindheit“ wör de Openkeit bit 1953 nich künnig. Friedrich hätt de Erinnerungen mit Afsicht goad obbewohrt. In dissen Book hatt Friedrich ok „Meine erste Heidewanderung“ hochdüütsch upschrieven. Wat he bericht’t vertell ik op Platt:

„An eenen schönen Sommermorgen in Juli 1860 stünd ik wannerbiriet in use lütte Wohnstuv in Fintel. Miene Öllern het schriven, ik schall in de veerweekiegen Feerientied na Faambossel kömen. Mien Opa hätt tostimmt. He hätt mi noch kloar to verstahn geven, wi ik mi be de Wannerung to verholen ha.“ Sowiet Friedrich Freudenthal.

In een Dag wull'n he dat schapen, un so in acht Stünn in Fambossel sien. Friedrich wannerte denn över Lünzen na Neenkerken, wo he na veer Stünn so Klock teihn een Poos inleegt hätt, is in den Kroog inkeert un hätt sien Botterbrot eten un drunk twee Glas düster Beer datau!!

Damn güng dat wieter dörch de Gilkenhaid, Löversch, Bommels, Kraug, Wisselshorst, an ‘n Rand vun Fambossel wo he vun eene Höch Fambossel sahn könnt. Friedrich Freudenthal schrievt: „Ik sah vor mi dat Teel vun miene Wannerung, wo miene Öllern und mien Broder wohnen.“


Bild vergrößern: Spielende Kinder am Mühlenwehr
Spielende Kinder am Mühlenwehr

Friedrich överquerte de Bömmbrück, sah de Möhl un den Knüll up dem de Kark stand. He güng dann links ab up de Dörpstraat un traf dor een Hopen vun groote Jungs an. De Jungens snakten Friedrich wägen siene eenfache Kleedung an un hätt keen gooden Wöör vor em hätt.

He hätt sick nich upholen laten, un denn endlich sah he up en lütten Knüll dat eenfach lütte Hus, sien Öllernhuus. Sien Öllern wörn bannig froh, dat se ehrn Söhn wedder begröten künnen. As se to dritt an den torechtmakten Kaffedisch to Sitten wörn, kam uk ‘n beten later sien jüngere Broder August an Disch. Hätt een beten duert, bit August mitkregen hätt, dat de Jung an Disch sien Broder Friedrich wör. Friedrich ha dat Geföhl, dat sien Broder bedrückt wör. He wör mit bi de Jungs tohopen, de den främen Jungen in siene eenfache Kleedung den Intog in sien Heimatdörp nich licht makt harn.

Bild vergrößern: Das Geburtshaus von Friedrich Freudenthal und seinem Bruder August befand sich in der Vogteistraße gegenüber der heutigen Kreisverwaltung.
Das Geburtshaus von Friedrich Freudenthal und seinem Bruder August befand sich in der Vogteistraße gegenüber der heutigen Kreisverwaltung.

Friedrich Freudenthals eerste Heidwannerung is vor 161 Johr wörn, da wör he ölven Johr old un möst ca 37 km alleen to foot gahn, um an eenen Dag na Faambossel to kamen. Wat hätt dat in de 161 Johrn vör Verännerung gäven! Wenn Friedrich hüüt vun Fintel na Faambossel wullt, hätt sien Opa wohl seggt, ik föhr di na Faambossel mit min Auto un he wör dree Veerdel Stünn‘n davör unnerwegs. As Schoolmester verdeent man hüüt ordentlich, un sien Opa würd ne gaue Pension kregen un könn sik een Auto leisten. Friedrich hätt hüüt uk son Tüüch an, dat he nich upfallen wör un annere Kinder sik nich över ehm mokieren wörn. Siene Ollern wörn ut hütige Sicht in de Laag, ehren Söhn bi sik to hebben un sik sülvst um de Optocht to kümmern.

Wi tauminnst in Westeuropa sünd 75 Johrn vun Krieg verschont bleven, un vor den grötst Deel der Lüd hätt sik dat Leven so ännert, vun dem use Vörfahm nur drömen künnen. Uk Friedrich Freudenthal wär sicher nich bös west, wenn he in de hüütig Tied levt har.

19.06.2025