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Vollsortimenter

Fragen zum Vollsortimenter

 

Wie groß ist die reine Verkaufsfläche des EDEKA-Marktes?

Die reine Verkaufsfläche des EDEKA-Marktes wird wesentlich geringer sein als die in den Zeichnungen angegebene BGF von 3.774 m². BGF ist nämlich die Abkürzung für Bruttogrundfläche bzw. Bruttogeschossfläche. Sie bezeichnet also den gesamten Flächenbedarf einschließlich der Vorkassenzone, dem Lager mit Kühl- und Tiefkühlbereich, der Backvorbereitung, dem Pfandlager, dem WC, dem Technikbereich, den Personal- und Umkleideräumen und dem sonstigen Raumbedarf. Es gibt andere Projekte, bei denen bei einer BGF von 2.000 m² die reine Verkaufsfläche nur 1.100 m² beträgt. Wie groß der EDEKA-Markt wirklich wird, muss erst noch bei der weiteren genauen Planung festgelegt werden.

 

Was macht eine moderne Verkaufsfläche aus?

Die Innengestaltung von Supermärkten und Discounter hat sich in jüngster Zeit sehr geändert. Wo früher hohe Regale standen und man sich mit dem Einkaufswagen voranschlängeln musste, erwarten einen heute niedrigere Regale, bei denen man an alle Waren gut herankommt, und breite Gänge, die selbst „Begegnungsverkehr“ von Einkaufswagen leicht machen. Diese Art der Ladeneinrichtung führt dazu, dass für die Präsentation des gleichen Warenangebots erheblich mehr Fläche benötigt wird. Auch das ist zu bedenken, wenn über die Größe der Verkaufsfläche des Vollsortimenters in der „Neuen Mitte“ diskutiert wird.

 

Was soll zusätzlich zum EDEKA-Markt in dem Gebäude entstehen?

Wie in jedem Vollsortimenter gehört ein Café mit zum Angebot. Von seiner Terrasse aus wird man einen guten Blick auf den Bürgerhof haben. Auch andere kleinere Verkaufsflächen für weitere Mieter wird es geben. Was genau es sein wird, lässt sich jetzt natürlich noch nicht sagen. Das richtet sich auch danach, wer interessiert ist, sich hier einzumieten. So sind beispielsweise öfters auch Post-Agenturen „Untermieter" eines Vollsortimenters. Eine solche Lösung bringt den Vorteil mit sich, dass die Parkplatzfrage zufriedenstellend geregelt ist, während oftmals vor Postagenturen an anderer Stelle in der Stadt Parkplätze Mangelware sind. Welche Probleme daraus entstehen können, wissen wir in Bad Fallingbostel seit langem.

 

Kann ein Supermarkt überhaupt als Frequenzbringer wirken?

Das Einzelhandelskonzept hat schon 2013 die Wiederansiedlung eines Vollsortimenters im Hauptgeschäftszentrum zur Angebotsergänzung sowie zur Frequenzsteigerung empfohlen. Ja, diese Maßnahme genießt im Konzept sogar oberste Priorität. Denn ein Vollsortimenter sorgt dafür, dass mehr Menschen zum Einkaufen in die Innenstadt kommen. Die Erfahrung lehrt, dass sie dann auch in anderen Geschäfte einkaufen gehen.

 

Gleicht der geplante Markt mit seiner monumentalen Größe nicht einem „Moloch“, der nicht in unsere Stadt passt?

„Moloch“ ist der Inbegriff für etwas, das ständig und unersättlich Opfer fordert. Mit dieser Frage wird also unterstellt, dass der Vollsortimenter für Bad Fallingbostel viel zu groß ist. Es wird befürchtet, dass er andere Geschäfte „auffressen“ könnte. Die Architekten werden alles daran setzen, nicht die Größe eines Gebäudes zu betonen, sondern herauszustellen, dass man hier gut einkaufen kann. Und damit sind wir wieder beim „Frequenzbringer“, der einer gewissen Größe bedarf, um Anziehungskraft entwickeln zu können.

 

Stimmt es, dass EDEKA auch mit 1.900 m² Verkaufsfläche zufrieden wäre?

Die EDEKA wird genau prüfen, welche Größe für Bad Fallingbostel die angemessene ist. Aus eigenem wirtschaftlichem Interesse wird nichts überdimensioniert sein. Aber die EDEKA wird auch darauf achten, dass der Markt groß genug ist, um ein zeitgemäßes Einkaufserlebnis zu garantieren. Bis jetzt handelt es sich bei den Planungen nur um erste Skizzen. Genaues wird sich erst ergeben, wenn es an die weitere Ausarbeitung gehen kann. Es ist aber davon auszugehen, dass die reine EDEKA-Verkaufsfläche sich um die 2.000 m² bewegen wird.

 

Ist der geplante EDEKA nicht viel zu groß für unsere Stadt?

Eine gewisse Großzügigkeit bei der Einrichtung eines Supermarkts ist heute unabdingbar. Nur so lässt sich das von den Kunden gewünschte Einkaufsgefühl vermitteln. Deshalb sollte man nicht einfach sagen: Walsrode hat doppelt so viele Einwohner wie Bad Fallingbostel – deshalb braucht es auch größere Einkaufsmärkte.

Im Übrigen: Die Frage der Größe der Verkaufsfläche und der Auswirkungen des neuen Marktes wird auch gutachterlich geprüft. Wir sind zuversichtlich, dass unsere Auffassung dann bestätigt wird.

 

Bad Fallingbostel ist ein sogenanntes „Grundzentrum“? Darf dann überhaupt ein solch großer Vollsortimenter errichtet werden?

Diese Frage betrifft das Raumordnungsprogramm, das vom Landkreis aufgestellt wird. Die „Walsroder Zeitung“ hat sich deshalb an den Landkreis gewandt. In ihrer Ausgabe vom 17. August 2019 teilt sie mit, auf die Frage, ob es für ein Grundzentrum wie Bad Fallingbostel irgendwelche Größenbeschränkungen bei der Errichtung von Supermärkten, Einzelhandelsbetrieben oder Vollsortimenter die kurze und bündige Antwort erhalten zu haben: „Nein.“ Allerdings habe der Landkreis darauf hingewiesen, im weiteren Verfahren müsste der Investor den Nachweis erbringen, dass der Bedarf an einer größeren Verkaufsfläche in Bad Fallingbostel vorhanden ist. Und ein Markt in einem Grundzentrum darf keine Sogwirkung auf benachbarte Gemeinden ausüben. Ebenso muss eine Verträglichkeit mit anderen Märkten vor Ort nachgewiesen werden.

Für die Stadt und HBB war diese Auskunft nicht überraschend. Sie wissen, dass sie ein entsprechendes Gutachten vorlegen müssen.

 

Woher soll in der Kernstadt mit 7.000 Einwohnern überhaupt die Kaufkraft kommen, die ein solch großer Markt braucht?

Momentan fließt viel Kaufkraft nach Walsrode und Soltau ab. Die gilt es für Bad Fallingbostel selbst zurück zu gewinnen. Mit einem attraktiven Vollsortimenter in der Innenstadt kann dies gelingen.

 

Wird erwartet, dass durch den Markt Kunden auch aus Walsrode zum Einkaufen hierher kommen?

Vorrangiges Zielt der „Neuen Mitte“ ist es nicht, Neukunden aus Nachbargemeinden zu gewinnen. Hauptsächlich sollen die Bad Fallingbosteler wieder zum Einkaufen in ihrer Stadt bewegt werden. Das ist die Grundlage der Planungen.

 

Wäre ein kleinerer Lebensmittelmarkt für uns nicht ausreichend?

Um Anziehungskraft zu entfalten, bedarf es schon eines Vollsortimenters mit der Größe, wie ihn die Kunden heute einfach erwarten. Denn nur der kleine Einkauf zwischendurch bringt kein Leben in die Stadt. Hier muss schon der große Wochenendeinkauf erledigt werden. Wenn man dann in der „Neuen Mitte“ ist, wird man sicherlich auch noch in anderen Geschäften shoppen.

 

Sollte ein Lebensmittelmarkt nicht lieber „kuschelig“ sein und so ein der Kleinstadt angemessenes „Einkaufsfeeling“ vermitteln?

„Kuschelig“, „überschaubar“, „anheimelnd“ – das sind Begriffe, die für das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit stehen. So positiv besetzt sie sind, stellt sich aber doch die Frage, ob die Kunden das beim Einkaufen wirklich wollen. Selbst aus einer Kleinstadt fahren die meisten Leute zum Wochenendeinkauf lieber in einen großen Supermarkt. Jedenfalls trifft man samstags erstaunlich viele Bad Fallingbosteler in den Einkaufs-Centern in Walsrode…

 

Würde ein EDEKA in Bad Fallingbostel nicht dem EDEKA in Dorfmark Konkurrenz machen?

Sicherlich werden einige Kunden, die jetzt in Dorfmark einkaufen, wieder nach Bad Fallingbostel zurückkehren, wenn es hier erneut einen EDEKA gibt. Damit wäre aber nur der Zustand wiederhergestellt, den es zuvor jahrzehntelang gab.

 

Könnte Dorfmark durch den EDEKA seinen Lebensmittelmarkt verlieren?

Ein gut geführter EDEKA-Markt wird in Dorfmark seine Zukunft haben. Die Kaufkraft vor Ort ist ausreichend groß, um sein Überleben zu sichern – selbst wenn es wieder einen größeren EDEKA-Markt in Bad Fallingbostel gibt. Dieses Nebeneinander hat jahrzehntelang gut funktioniert.

 

Wird der REWE-City-Markt weiter existieren können?

Mit seinen City-Märkten verfolgt REWE seit 2009 ein anderes Konzept. Mit diesen Läden sollen als Zielgruppen vor allem Berufstätige und ältere Menschen angesprochen werden. Deshalb wird auf besonders lange Öffnungszeiten und frisches Obst und Gemüse, Käse und Fleisch gesetzt. Mittlerweile ist dies bei Vollsortimentern aber auch selbstverständlich – bei weitaus mehr Artikeln, die im Sortiment geführt werden. Ob dies Konzept langfristig in Bad Fallingbostel aufgeht und der REWE-City-Markt die Zielgruppen in einem stark veränderten Marktumfeld an sich binden kann, bleibt abzuwarten.

 

Macht ein neuer EDEKA-Markt nicht dem REWE-Markt in der Soltauer Straße das Überleben schwer?

Als es um die Ansiedlung des REWE-Markts in der Soltauer Straße ging, hat der Rat lange diskutiert, ob damit nicht das Stadtzentrum geschwächt wird. Schließlich überwog aber der Gesichtspunkt, den vielen Menschen in den Neubaugebieten „Große Heide“ eine gute Einkaufsmöglichkeit zu bieten. Hier hat der REWE-Markt seine Stammkundschaft gefunden. Wenn der Markt gut geführt wird, wird er sie auch halten können.

EDEKA und REWE sind nun einmal die beiden größten Lebensmittelketten, die miteinander konkurrieren. Das tun sich auch in anderen Städten, die so groß wie Bad Fallingbostel sind – und existieren beide.

 

Wird es weiter einen Wochenmarkt auf dem Bürgerhof geben?

Vollsortimenter und Wochenmarkt ergänzen sich. Beide können voneinander profitieren. Es ist ja kein Widerspruch, einige Produkte auf dem Wochenmarkt zu kaufen und dann im Vollsortimenter den Rest des Einkaufs zu erledigen. Das kann für Vollsortimenter wie Wochenmarkt neue Kunden bringen.

 

Müssen Geschäfte, die in der Innenstadt Bücher, Zeitschriften oder Blumen verkaufen, nicht die Konkurrenz des Vollsortimenters fürchten?

Auch wenn solche Bereiche zum Grundangebot in modernen Vollsortimentern zählen, dienen sie dort nur der Abrundung des Warenangebots. Sie werden nie einen solchen Umfang haben, dass sie mit Fachgeschäften konkurrieren können. Lebensmittel sind nach wie vor der Kernbereich eines Vollsortimenters.

 

Werden die Pläne nicht zu weiterem Leerstand führen?

Im Gegenteil. Mit der „Neue Mitte“ sollen Impulse gesetzt und mehr Menschen zum Einkaufen in die Innenstadt gelockt werden. Das Einzelhandelsgutachten hat dargelegt, dass hiervon ein Sog ausgehen kann, der bestehenden Geschäften zu Gute kommt und zur Eröffnung von neuen Geschäften führen kann. Die „Neue Mitte“ beseitigt also eher Leerstände.

 

Wie stehen die anderen Geschäftsleute und die ARGE zur „Neuen Mitte“?

Die Arbeitsgemeinschaft für Wirtschaft und Verkehr Bad Fallingbostel (ARGE) hat sich dafür ausgesprochen, der „Neuen Mitte“ eine Chance zu geben. „Wir sind für Fortschritt“ sagt die ARGE.  

Auch in der Initiative „Pro Neue Mitte“ engagieren sich Geschäftsleute. Diese Geschäftsleute sehen in den Planungen also eine Chance, von deren Realisierung sie sich Aufschwung für ihre eigenen Angebote versprechen.

 

Was passiert, wenn sich die Erwartungen nicht erfüllen und sich EDEKA vielleicht nach zehn Jahren erneut aus Bad Fallingbostel zurückzieht?

Die EDEKA hat deutlich gemacht, dass sie zum Standort Bad Fallingbostel steht. Sie hat es bedauert, dass es 2012 nicht gelungen ist, die Verhandlungen über die Fortführung des Mietvertrages zu einem wirtschaftlich vertretbaren guten Ende zu führen.

Natürlich kann niemand sagen, wie lange Geschäfte vor Ort betrieben werden. Aber wir dürfen sicher sein, dass die EDEKA nicht viel Geld in die Hand nehmen würde, wenn sie bald schon wieder einen Rückzieher machen wollte. Die EDEKA ist überzeugt, dass ihr Konzept in Bad Fallingbostel aufgeht.